Zusammenfassung
Der Beitrag zum „PwC Global Crisis Survey 2021“ zeigt, dass tiefgehende Krisen wie die COVID‑19‑Pandemie längst kein Einzelfall mehr sind, sondern ein Signalklang für die Zukunftsfähigkeit von Unternehmen: Rund 73 % der befragten Firmen gaben an, von der Krise beeinträchtigt worden zu sein, zugleich zeigte sich, dass Organisationen mit etabliertem Krisen‑, BCM‑ und Risikomanagement gestärkt aus der Krise hervorgegangen sind. Entscheidend ist, dass Resilienz nicht nur als „Notfallplan“ im Schubfach existiert, sondern systematisch in Krisenmanagement, Siloauflösung, Lernprozesse und Krisenkommunikation eingebettet wird, um Störungen aller Art früh zu erkennen, rational zu steuern und im Ernstfall schnell und vertrauensstiftend zu reagieren.
Zentrale Handlungsempfehlungen für Unternehmen:
- Regelmäßige Risikoanalysen und Krisenszenarien durchführen, um voraussichtliche und unvorhersehbare Störungen in Verantwortlichkeiten und Steuerungsprozesse zu überführen.
- Verifikations‑ und Steuerungsprozesse etablieren, etwa durch definierte Krisenteams, klare Rollen, Eskalationswege und strategische Krisenreaktionspläne, die sich an unterschiedliche Arten von Störungen anpassen lassen.
- Mitarbeitende in Krisenführung, Entscheidungsprozessen unter Druck und Effekten von Stress und Unsicherheit schulen sowie „Lernkultur“‑Fähigkeiten fördern, etwa durch After‑Action‑Reviews und Übungen.
- Technische Absicherung nutzen, insbesondere durch integrierte Managementsysteme (Risiko‑, BCM, Security, IT‑Kontinuität), Datenanalysen und Monitoring‑Instrumente, die Anomalien in Echtzeit aufdecken.
- Krisenkommunikation vorbereiten, die sowohl intern als auch extern orientiert, transparent, empathisch und proaktiv ist, um Vertrauen zu bewahren und Kooperation mit Stakeholdern zu stärken.
Kontaktieren Sie uns bei www.meissner.group für Ihre individuelle Risikoanalyse, für Krisenszenario‑Trainings und in Akutfällen für Krisenkommunikations‑ und Krisenmanagement‑Beratung.
Zum Beitrag „Krise und Resilienz – PwC Global Crisis Survey 2021 liefert Zahlen“
Der Global Crisis Survey 2021 des Beratungsunternehmens PwC, erschienen im März 2021, trägt den Titel „Aufbau von Resilienz für die Zeit nach der Krise“. PwC untersuchte die Reaktion von Unternehmen weltweit auf die globale Krise COVID-19-Pandemie. 2.800 Führungskräfte aus 73 Ländern und 29 Branchen gaben Auskunft.
Fazit der PwC-Studie: „Unternehmen, die die Unausweichlichkeit und Unvorhersehbarkeit von störenden Ereignissen erkennen und fokussiert in eine Basis für Resilienz investieren, um Krisen aller Art in Angriff zu nehmen, sind besser aufgestellt, um künftige Ausnahmesituationen zu bewältigen.“
Wir haben uns die Ergebnisse der PwC Studie insbesondere mit Blick auf das Zukunftsthema Organisationale Resilienz angeschaut.
Was verbindet Firmen, die gestärkt aus der Krise hervorgehen?
73 Prozent der befragten Unternehmen gaben im Rahmen der PwC-Studie an, durch die COVID-19-Krise beeinträchtigt worden zu sein. 20 Prozent erklärten, sie seien heute in einer besseren Position als vor Beginn der Krise. Dieser Erfolgt ist laut PwC „teilweise branchenbedingt“ und „regional unterschiedlich“, aber nicht nur. Was also verbindet die Firmen, die gestärkt aus der Krise hervorgehen? Welche Merkmale prägen eine resiliente Organisation? Der Global Crisis Survey 2021 verweist darauf, dass Organisationen, die sagten, dass sie heute besser aufgestellt sind, laut eigenen Angaben dem Thema Resilienz bereits erhebliche Aufmerksamkeit in folgenden Bereichen gewidmet haben:
- Firmen, die gestärkt aus der Krise hervorgehen, setzen Prioritäten auf Krisenmanagement, Business Continuity Management, Risikomanagement und Notfallplanung
- Firmen, die gestärkt aus der Krise hervorgehen, verfügen insbesondere über einen strategischen Krisenreaktionsplan. Elemente sind unter anderem die Definierung eines Krisenteams, das Einspielen von Prozesses und das Üben im Rahmen von Krisenszenario-Trainings.
- Firmen, die gestärkt aus der Krise hervorgehen, lernen aus dem Erlebten und nehmen Anpassungen vor. Lernende Organisationen überprüfen und verbessern ihre Reaktionen kontinuierlich.„After-Action-Reviews“ gehören zum Standardprozess.
- Firmen, die gestärkt aus der Krise hervorgehen, brechen kontinuierlich ihre Silos auf. Für eine zielführende Reaktion in Krisenzeiten sind eingespielte Teams jenseits von Silostrukturen erforderlich, die wirksam kommunizieren und zusammenarbeiten.
- Firmen, die gestärkt aus der Krise hervorgehen, kommunizieren während einer Krise effektiv mit ihren externen Partnern (Stakeholdern). Insbesondere geht es ihnen darum, die Auswirkungen zu verstehen, von denen ihre Stakeholder betroffen sind.
70 Prozent der befragten Organisationen gaben an, ihre Investitionen in den Aufbau von Resilienz verstärken zu wollen
Sieben von 10 Organisationen gaben laut PwC an, dass sie beabsichtigen, ihre Investitionen in den Aufbau von Resilienz zu verstärken. Im Umkehrschluss heißt das: Nur 30 Prozent der widmen der Resilienz, den Studienergebnissen nach, bereits heute große Aufmerksamkeit. Da sei noch „Luft nach oben“, wie es die PwC Studie ausdrückt. Wir stimmen zu!
Die Studie „Global Crisis Survey 2021“ des Beratungsunternehmens PwC finden Sie zum Download hier: https://www.pwc.de/de/managementberatung/forensic-services/global-crisis-survey.html